Geo Terra - Geologische Beratungsgesellschaft mbH
 
 

Bodenluftuntersuchungen

Ziel von Bodenluftmessungen | Ablauf | Referenzen

Im Sinne des BBodSchG ist Boden die obere Schicht der Erdkruste einschließlich der flüssigen (Bodenlösung) und gasförmigen Bestandteile (Bodenluft), soweit der Boden natürliche Funktionen als Lebensraum und für den Wasserkreislauf sowie Nutzungsfunktionen hat. Grundwasser und Gewässerbetten zählen nicht zum Boden. Bodenluft tritt somit in Poren und Hohlräumen von Lockersedimenten und Festgesteinen oberhalb des Grundwassers auf.

Gemäß BBodSchV können Bodenluftuntersuchungen zur Bewertung und Prüfung weiterer Sachverhaltsermittlungen im Rahmen von Altlastverdachtsflächenuntersuchungen herangezogen werden. In der Bodenluft gemessene Konzentrationen an leichtflüchtigen Verbindungen sind stark vom Probenahmeverfahren, von den meteorologischen Rand¬bedingungen sowie den Gegebenheiten des untersuchten Bodens abhängig und können daher beträchtlichen zeitlichen Schwankungen unterliegen. Messergebnisse von Bodenluftuntersuchungen stellen nur relative Messwerte dar, die nicht vergleichbar sind. Bodenluftuntersuchungen lassen daher nur Relativ-Aussagen und keine Absolut-Aussagen zu. Bodenluftmessergebnisse stellen ein wichtiges Instrument zum Überprüfen einer Kontaminationshypothese bezüglich leichtflüchtiger Stoffe (i.b. LHKW, BTEX) dar, sie sind jedoch alleingestellt nicht für eine Gefährdungsabschätzung geeignet. Daher wurden in der BBodSchV auch keine Bodenluftprüfwerte aufgenommen.

Gase (z.B. Methan, Kohlendioxid, Vinylchlorid) verteilen sich relativ rasch und gleichmäßig im offenen Porenraum des Bodens. Leichtflüchtige Substanzen hingegen (z.B. BTEX) liegen bei normalen Bodentemperaturen als Flüssigkeit vor und treten aufgrund ihres hohen Dampfdrucks nur anteilig in die Bodenluft über. Es entstehen dabei komplexe Übergänge zwischen flüssiger Phase der jeweiligen Substanz, der Bodenluft, der Bodenlösung sowie den verschiedenen weiteren flüssigen und festen Substanzen in der Bodenmatrix. Hierbei stellen sich Gleichgewichte oft erst nach langer Zeit oder gar nicht ein. Solange Schadstoffe sich ausbreiten, kann kein Gleichgewicht bestehen. Bodenluft-Messergebnisse sind daher nicht geeignet Rückschlüsse auf Schadstoffgehalte im Boden oder Grundwasser zu ziehen.